Verpackungen aus Plastik und Papier/Karton im Vergleich

14.04.2014 08:07 | Allgemeine Berichte
Konsumentenbefragungen des GfK Marktforschungsinstitutes haben ergeben, dass etwa 79% der Befragten die Materialien Papier und Karton als umweltfreundlicher halten als Plastik. Für etwa drei Viertel ist es wichtig, dass Verpackungen recycelt werden können. Zudem erklärten knapp die Hälfte der Befragten, dass so wenig Plastik wie möglich für Verpackungen verwendet werden sollte. Einen höheren Preis für eine umweltfreundlichere Verpackung würden sogar fast 16% der Befragten zahlen.

Plastik laut Ökobilanz auf den ersten Blick umweltfreundlicher als Papier

Der erste Blick auf die Ökobilanzen des Umweltbundesamtes von Plastik mit der von Papier ist für die meisten sehr überraschend. Denn Plastik gewinnt in diesem „Öko-Duell“, weil der Energiebedarf für die Herstellung von Papier und der CO2-Ausstoß bei der Herstellung und beim Transport großer ist als bei Plastik.

Ökobilanzen entsprechen nicht der Realität

Jedoch wurden bei der Aufstellung der Ökobilanzen speziell Plastiktüten mit Papiertüten verglichen. Dabei wird unterstellt, dass Plastiktüten mehrfach verwendet und nach Ende der Gebrauchszeit in den Gelben Sack bzw. in die Gelbe Tonne zum Recycling geworfen werden.

Aber wie sieht die Realität wirklich aus? Werden die bundesweit jährlich 5,3 Milliarden verbrauchten Plastiktüten wirklich immer mehrfach verwendet und landen diese wirklich immer in der Gelben Tonne? Was ist mit anderen Verpackungen aus Plastik, die sich nicht zur Wiederverwendung eignen?

Nach Angabe der Deutschen Umwelthilfe landen nur wenige Plastiktüten in der Wertstoffsammlung. Oft werden diese ohne Rücksicht auf die Umwelt weggeworfen oder landen im Restmüll und werden verbrannt. Noch nicht einmal jede zehnte Plastiktüte wird in Europa recycelt. Landen Plastik-Verpackungen in der Umwelt, ist das besonders schädlich, denn diese verrotten erst nach ca. 100-500 Jahren. Wenn diese Plastikreste in Meer gelangen, richten Sie dort einen sehr großen Schaden an. Dagegen verrottet Papier in der Natur bereits nach wenigen Monaten.

Die Zukunft liegt in der Nachhaltigkeit

Wenn also Plastik-Verpackungen größtenteils nicht mehrfach verwendet werden, die meisten Plastik-Verpackungen erst gar nicht für die mehrfache Verwendung geeignet sind und diese zudem noch nicht einmal in der Gelben Tonne landen, sind Verpackungen aus Papier und Karton in der Realität wesentlich umweltfreundlicher und vor allem nachhaltiger.

Verpackungen aus Papier und Karton werden aus nachwachsenden und recycelbaren Rohstoffen hergestellt. Die für die Herstellung verwendeten Frischfasern werden zum großen Teil aus Bruch- und Durchforstungsholz gewonnen, welches bei der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder anfällt. Die Holzproduktion und Aufforstung durch Forstunternehmen ist höher als die Rodung der Wälder. Laut UN-Berichten ist der europäische Waldbestand in den letzten Jahren um 17 Millionen Hektar gewachsen.

Papier und Karton mehrfach recycelbar

Der Anteil an Recyclingpapier ist bei der Herstellung von Rohpapieren bereits seit Jahren kontinuierlich gestiegen. Selbst nach vielen Recyclingvorgängen bleibt das in den Fasern gespeicherte CO2 gebunden. Wenn Papierfasern nach mehrfachen Recyclingvorgängen nicht mehr recyclingfähig sind, werden diese trotzdem noch energetisch verwertet. Die dabei freigesetzte Menge an CO2, wird durch das Nachwachsen der Bäume wieder im Holz gebunden.

Auch das bei der Papierherstellung freigesetzte CO2, sowie der Energieeinsatz pro hergestellter Tonne Papier, konnte die Papierindustrie in den vergangenen 20 Jahren trotz deutlich gestiegener Mengen um etwa 14% senken.

Fazit

Auch wenn Verpackungen aus Plastik laut Ökobilanzen unter bestimmten Vorraussetzungen umweltfreundlicher sein sollen, richten Verpackungen aus Papier und Karton in der Realität weniger Schaden in der Natur an und tragen einen Beitrag zur Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft.

Jeder Einzelne ist in Sachen Nachhaltigkeit verantwortlich gegenüber seinen Mitmenschen, seinen zukünftigen Generationen und vor allem gegenüber der Umwelt.

Diese Seite teilen auf: